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Die Ringelblume ist eine bekannte Gartenpflanze und strahlt in einer grünen Wiese wie eine Sonne entgegen. Dank ihrer entzündungshemmenden und wundheilenden Wirkung wird die Heilpflanze in der Homöopathie häufig verwendet. Auch als Zierblume erkennt man sie häufig in Gärten oder auf dem Teller als essbare Dekoration.

  • orange Blüte einer Calendula
  • Nahaufname einer orangen Callendula Blüten mit Morgentau | © Yoksel Zok via Unsplash

Steckbrief von Calendula officinalis

Beschreibung: Die Pflanze wird 20 bis 50 cm hoch und besitzt einen aufsteigenden bis aufrechten Stängel, der von der Mitte an verzweigt ist. Die unteren Blätter sind spatelförmig und verschmälern sich in einen geflügelten Stiel, die oberen sind eiförmig bis lanzettlich. Die Blütenköpfchen sind 2 bis 5 cm im Durchmesser mit dottergelben bis orangen Zungen- und Röhrenblüten. Die Früchte sind einwärts gekrümmt und verschiedenartig gestaltet.

Blütezeit: Juni bis September

Verbreitung: Die Garten-Ringelblume stammt ursprünglich vermutlich aus dem Mittelmeerraum. Als Gartenpflanze ist die Ringelblume heute weltweit verbreitet und gelegentlich verwildert. Grössere Anbaugebiete befinden sich in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Ungarn und auf dem Balkan sowie in den Mittelmeerländern. Aus Ägypten stammen vorwiegend die orangeroten Calendulablüten.

Standort: Als verwilderte Gartenpflanze wächst die Garten-Ringelblume gerne auf Schuttplätzen, an Wegrändern, Zäunen und in Weinbergen. Im Garten ist sie anspruchslos und bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen und warmen Platz. Sie liebt nährstoffreiche, lockere Böden, gedeiht aber praktisch überall. Die populäre Gartenpflanze wird auch als Schnittblume und zur Bienen- und Schmetterlingsweide kultiviert.

Besonderheiten: Die Garten-Ringelblume ist eine alte Bauerngartenpflanze und wird vermutlich seit dem 12. Jahrhundert in Deutschland und in der Schweiz angebaut. Sie wurde damals schon als Heilpflanze genutzt. Heute existieren von der Garten-Ringelblume viele gezüchtete Sorten, die meisten haben gefüllte Blütenköpfe. Dabei werden die Röhrenblüten züchterisch durch Blütenköpfe mit lauter Zungenblüten ersetzt. Die Sorten unterscheiden sich in Wuchshöhe, Füllung und Blütenfarbe. Sie tragen klingende Namen wie «Geisha Girl», «Pacific Beauty», «Fiesta Gitana» oder «Honey Babe».

Verwendeter Teil: frische, zur Blütezeit gesammelte, oberirdische Pflanzenteile

Wichtige Verwandte: Arnica, Artemisia abrotanum und A. cina, Bellis, Chamomilla (Matricaria), Cineraria maritima, Echinacea, Eupatorium, Taraxacum

Beschreibung von Calendula in der Homöopathie

Die Ringelblume gehört wie Arnica, Cineraria maritima und Echinacea zu den Korbblütlern und trägt viele volkstümliche Namen wie Goldblume, Sonnwendblume, Regenblume, Ringelrose oder Sonnenbraut. Der botanische Name Calendula officinalis leitet sich vom lateinischen «calendae» ab dem ersten Tag des Monats – und «officinalis», was heilkräftig bedeutet. Dieser Ursprung kann auf die Eigenschaft der Ringelblume anspielen, den Tagesverlauf anzuzeigen, da ihre Blüte der Sonne folgt, andererseits auch auf ihre monatelange Blütezeit. Bei Bauern galt sie ausserdem als Wetterorakel. Wenn die Blüten morgens um sieben Uhr noch geschlossen sind, soll das einen regnerischen Tag ankündigen.

Der bekannte Schweizer Drogist und Herborist Robert Quinche beschrieb die Ringelblume in seinem Buch «Heilpflanzen für Dich» wie folgt: «Es war ein prächtiges Bild: Zwischen Lattich, Sellerie, Lauch und Rüebli blühten ungezählte Ringelblumen. Offenbar hatte man ihnen 'Freien Eintritt' zu diesem Garten gewährt. Mit ihren leuchtenden Farben von Schwefelgelb bis Dunkelorange waren da tausend Sterne hingestreut.» Bereits im 16. Jahrhundert lobte der italienische Arzt und Botaniker Matthiolus die Ringelblume als Heilmittel bei Verstopfung, Leberbeschwerden und bei der Geburtshilfe.

Die Ringelblume passt besonders gut zu stets frierenden, ängstlichen, schreckhaften und reizbaren Menschen.

Wirkung von Calendula in der Homöopathie

Die Ringelblume ist das Wundheilmittel schlechthin. Bei offenen, entzündeten, schmerzhaften und schlecht heilenden Wunden gibt es kaum ein besseres Heilmittel. Dies ist auch der Grund, warum diese Pflanze in Europa bei Kriegsverletzten mit offenen, zerfetzten, geschwürigen und eitrigen Wunden (Granatsplitter) erfolgreich verwendet wurde. Besonders bei Wunden, die sich immer wieder entzünden und von starken Schmerzen begleitet sind, ist Calendula eine gute Wahl.

Die Wirkung als Wundheilpflanze zeigt die Ringelblume gleich an sich selbst: Wenn man die Blüten am Stiel abschneidet, bildet sich in kurzer Zeit an der Schnittstelle ein weisser abdichtender Überzug. In der Homöopathie wird die Ringelblume hauptsächlich zur Wundbehandlung eingesetzt. Bei offenen, entzündeten, schmerzhaften und schlecht heilenden Wunden hat Calendula eine entzündungshemmende Wirkung. Bei Wunden nach dem Ziehen eines Zahns oder Verletzungen an der Kopfhaut kann die Ringelblume zur Blutstillung beitragen. Calendula wird ebenfalls dank ihrer hautpflegenden Wirkung zur allgemeinen Narbenpflege und bei Akne eingesetzt. Auch Ekzeme, Geschwüre, Frostbeulen und Furunkeln können mit der Ringelblume behandelt werden.

Calendula hilft nicht nur oberflächlich bei der Wundheilung, sondern kann darüber hinaus eine Blutvergiftung (Sepsis) verhindern oder heilen. Deshalb wird die Ringelblume auch in der Chirurgie und in der homöopathischen Geburtshilfe (Dammriss) hoch geschätzt. Gebärmutterhalsentzündungen und Warzen am äusseren Muttermund gehören ebenso zum Arzneimittelbild von Calendula.

Verwendung von Calendula in der Homöopathie

Wegen ihrer Leuchtkraft wird die Ringelblume gerne zur Verschönerung von Teemischungen eingesetzt. Dafür kann die Calendula viel mehr als nur Dekoration. Die Ringelblume kann, verarbeitet zur Form eines Arzneimittels, sowohl innerlich (z.B. als Globuli) als auch äusserlich (als Ringelblumensalbe) eingesetzt werden. «Wenn die Symptome allein aus der lokalen Ursache resultieren», empfiehlt auch der berühmte Homöopath Kent eine äusserliche Anwendung. Die innerliche Anwendung wird von ihm beispielsweise bei Frost (frieren) nach Verletzungen empfohlen, sie bringe sofortige Linderung. Diese beiden Anwendungsformen können zudem kombiniert werden, damit der Heilungsprozess optimal unterstützt wird.

Calendula kann auch bei geschwächtem Immunsystem mit immer wiederkehrenden Erkältungen und geschwollenen Unterkieferdrüsen eingesetzt werden.

Zur Herstellung der homöopathischen Urtinktur werden die frischen, zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen Pflanzenteile verwendet. Diese Tinktur wird dann, in einer potenzierten Form, für die Herstellung von Salben oder Globuli verwendet.

Das Arzneimittelbild von Calendula officinalis

Alle Arzneimittelbilder

Wirkt bevorzugt auf:

  • Haut (Wundpflege), Schleimhäute, Bindegewebe

Hauptindikationen:

  • Innerlich und äusserlich hauptsächlich bei Risswunden
  • Quetschwunden
  • Schlecht heilende Wunden (z.B. offene Beine, sich Wundliegen)
  • Narbenpflege
  • Nachbehandlung von Verbrennungen

Symptome:

  • Wunden jeglicher Art, besonders bei Risswunden (Dammriss, Kopfhaut)
  • Schnittwunden
  • Augenverletzungen, die zur Eiterung neigen
  • Hautrisse (aufgesprungene Hände, rissige Brustwarzen)
  • Geschwüre, Wundliegen (Dekubitus)
  • Schlecht heilende Wunden nach Operationen
  • Abszesse, Furunkeln, und eitrige Wunden
  • Verbrennungen und Verbrühungen

Allgemeines:

Die Ringelblume passt besonders gut zu stets frierenden, ängstlichen, schreckhaften und reizbaren Menschen.

Modalitäten:

Schlimmer durch:
kaltes, feuchtes oder schwüles und bewölktes Wetter, während des Fieberfrostes

Besser durch:
heisse Kompresse, herumgehen oder ganz still liegen