Schlafprobleme – Ursachen, Symptome und Hilfe
Unruhiges Schlafen, sich im Bett hin und herwälzen oder ständiges Aufwachen: Das sind klassische Anzeichen für Schlafprobleme. Jeder fünfte Schweizer und jede vierte Schweizerin leidet an Schlafproblemen. Betroffene kommen oft nicht zur Ruhe, liegen lange wach oder fühlen sich trotz genügend Zeit im Bett am Morgen nicht erholt. Gelegentliche schlechte Nächte sind normal. Wiederholt sich das Muster jedoch über längere Zeit und beeinträchtigt es den Alltag, kann eine Schlafstörung vorliegen. Doch Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung: In der Medizin werden verschiedene Formen unterschieden. Auch die Ursachen sind vielfältig. Lesen Sie hier, was Schlafprobleme auslösen kann, wie sie sich zeigen und was Sie selbst für einen erholsameren Schlaf tun können.
Was sind Schlafprobleme?
Von Schlafproblemen spricht man, wenn das Ein- oder Durchschlafen erschwert ist, wenn Sie zu früh erwachen oder Ihr Schlaf nicht so erholsam ist, wie er sein sollte. Häufig sind die Folgen von Schlafproblemen auch tagsüber bemerkbar, zum Beispiel durch starke Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Gereiztheit.
Nicht jede unruhige Nacht ist gleich Grund, eine behandlungsbedürftige Schlafstörung zu befürchten. Für eine chronische Insomnie (Schlaflosigkeit) werden unter anderem Häufigkeit, Dauer und der Einfluss auf die Lebensqualität tagsüber berücksichtigt. Eine fachliche Diagnose gehört deshalb in die Hände einer entsprechend qualifizierten Fachperson.
Schlaf- und Einschlafprobleme entstehen meist durch psychische Belastungen wie etwa Stress. Dieser kann durch private Einflüsse oder aber durch übermässiges Arbeiten entstehen. Täglich wirken unzählige Eindrücke auf Körper und Geist, die in der Nacht verarbeitet werden. Das kann dazu führen, dass die Gedanken abends noch immer in unserem Kopf kreisen und uns am Einschlafen hindern. Oder aber, der Schlaf tritt zwar rasch ein, verläuft dann aber unruhig, oberflächlich und nicht erholsam. Auch ein veränderter Hormonhaushalt kann Schlafprobleme auslösen. Besonders Frauen sind während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren davon betroffen. Genussmittel wie Alkohol stören den Schlaf ebenfalls. Trifft keiner dieser Punkte auf einen zu, können auch einige Medikamente die Ursache für einen gestörten Schlaf sein.
Weitere Gründe können chronische Krankheiten oder akute Beschwerden wie Kopfschmerzen, Erkältungen, Schmerzen oder Verdauungsstörungen sein. Ebenso können unregelmässige Arbeitszeiten, Schichtarbeit, Lärm, Licht, ein ungeeignetes Raumklima oder intensive Bildschirmnutzung am Abend den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigen.
Wichtig: Lautes, regelmässiges Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer, nächtliches Luftschnappen oder ausgeprägte Tagesmüdigkeit sollten medizinisch abgeklärt werden.
Schlafprobleme zeigen sich nachts und am folgenden Tag. Häufige Anzeichen sind:
- lange Einschlafzeit oder kreisende Gedanken
- häufiges nächtliches Aufwachen
- zu frühes Erwachen ohne wieder einschlafen zu können
- unruhiger oder nicht erholsamer Schlaf
- Müdigkeit, Erschöpfung oder Sekundenschlaf am Tag
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Gereiztheit, Nervosität oder Stimmungsschwankungen
- verminderte Leistungsfähigkeit
Einige der häufigsten Ursachen bei Schlafstörungen sind:
Hierbei klagen Betroffene über nicht erholsamen Schlaf sowie Ein- und Durchschlafstörungen. Ein frühmorgendliches Erwachen ist ein typisches Symptom. Chronisch ist die Insomnie dann, wenn die Beschwerden regelmässig über mindestens drei Monate bestehen und den Alltag beeinträchtigen.
Unregelmässige Atemaussetzer sorgen dafür, dass die Betroffenen, häufig Männer, nach Luft «schnappen». Dabei wird das Schnarchen als deutlich lauter und störender empfunden. Betroffene sind häufig am nächsten Morgen unausgeruht. Eine Schlafapnoe muss medizinisch abgeklärt werden.
Hierbei kommt es zu unkontrollierten Zuckungen und dem Drang, die Beine zu bewegen. Häufig sticht und schmerzt es zudem. Betroffene bleiben oftmals wach oder laufen herum, um die Symptome abzumildern.
Durch den erhöhten Druck auf den Zähnen kann es zu Muskelverspannungen und Nackenschmerzen kommen, die sich wiederum negativ auf den Schlaf negativ auswirken.
Darunter versteht man nächtliches Schlafwandeln, unwissentliches Entleeren der Blase, Albträume und Sprechen im Schlaf. Auch Zuckungen sind eine häufige Begleiterscheinung
- Die richtige Betthygiene: Lüften Sie das Schlafzimmer und achten Sie auf eine eher tiefe Raumtemperatur (ca. 18°).
- Eine grosse Rolle spielen konstante Bett- und Aufstehzeiten. Auch genügend Zeit für Bewegung im Freien sowie feste Arbeits- und Ruhezeiten helfen Ihnen beim Schlafen.
- Wenn Sie Mühe mit dem Einschlafen haben, sollten Sie das Bett möglichst nur zum Schlafen aufsuchen und andere Aktivitäten wie Lesen, Essen sowie Arbeiten am Tisch oder auf dem Sofa ausüben.
- Haben Sie keine Angst vor dem Schlafen und denken Sie nicht «das klappt bestimmt nicht heute».
- Treiben Sie regelmässig Sport, aber nicht unmittelbar vor der Nachtruhe.
- Yoga, entspannende Rituale wie Musik, ein Buch oder warme Bäder, fördern eine bessere Nachtruhe.
- Verzichten Sie am Abend auf Alkohol, scharfe oder zu fettige Speisen und Koffein.
- Kreisen die Gedanken, können Sie diese in einem Notizbuch aufschreiben. Das hilft das Gedankenkarussell zu stoppen.
- Liegen Sie nicht wach im Bett. Stehen Sie wieder auf, wenn Sie nach einer Viertelstunde noch nicht eingeschlafen sind und gehen Sie erst wieder zu Bett, wenn Sie Müdigkeit verspüren.
- Legen Sie elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops zur Seite. Das helle Licht trickst das Gehirn aus, sodass es keine Müdigkeit verspürt.
Wie viel Schlaf ist genug Schlaf?
Der Schlafbedarf ist von Person zu Person unterschiedlich und verändert sich im Laufe des Lebens. Für Erwachsene werden meist sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht genannt. Dies sind jedoch Durchschnittswerte, die für Sie nicht unbedingt passen müssen. Wirklich entscheidend ist nämlich nicht die Dauer Ihres Schlafes, sondern, wie erholt und leistungsfähig Sie sich tagsüber fühlen: Es gibt Menschen, die erst nach 10 Stunden Schlaf ihre volle Leistung abrufen können, andere sind bereits ab 5 Stunden nächtlichem Schlaf topfit.
Schlafprobleme gehören in fast jeder Familie (zeitweise) zum Alltag. Je nach Alter können Trennungsängste, Albträume, aufregende Erlebnisse, Veränderungen im Alltag, schulischer Stress oder ungünstige Schlafgewohnheiten bei der Schlafqualität der Kinder eine Rolle spielen.
Regelmässige Schlafenszeiten, ein ruhiges Abendritual, Bewegung am Tag sowie eine festgelegte Zeit vor dem Zubettgehen ohne Blick auf einen Bildschirm können helfen. Nehmen Sie Ängste ernst und schaffen Sie eine ruhige Schlafumgebung.
Besprechen Sie Schlafbeschwerden Ihres Kindes mit einer Fachperson, wenn die entsprechenden Beschwerden länger anhalten und Ihr Nachwuchs tagsüber deutliche Zeichen von Übermüdung zeigt.
Schlafprobleme können vorübergehend auftreten. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn definierte Kriterien zu Häufigkeit, Dauer und Beeinträchtigung erfüllt sind.
Regelmässige Zeiten, ein ruhiges Schlafzimmer, Bewegung am Tag, weniger Koffein und Alkohol, eine bildschirmarme Abendroutine und der Abbau von innerem Druck können helfen.
Meist werden sieben bis neun Stunden empfohlen. Zentral ist jedoch, wie erholt und leistungsfähig Sie sich tagsüber fühlen.
Bei Schlaflosigkeit (Insomnie) gelten Beschwerden als chronisch, wenn sie mindestens dreimal pro Woche über mindestens drei Monate bestehen und den Alltag beeinträchtigen.
Ein verlässlicher Tagesrhythmus, ein ruhiges Abendritual, wenig Bildschirmlicht und ein sicherer Schlafplatz unterstützen viele Kinder.
Wann sollte wegen Schlafproblemen eine Fachperson aufgesucht werden?
Lassen Sie Schlafprobleme ärztlich abklären, wenn sie über mehrere Wochen anhalten, häufig auftreten oder Alltag und Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Eine rasche Abklärung ist besonders wichtig bei:
- Atemaussetzern, Luftschnappen oder starkem Schnarchen
- ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder Sekundenschlaf
- starken Schmerzen oder neuen körperlichen Beschwerden
- anhaltender Niedergeschlagenheit, Angst oder deutlicher psychischer Belastung (bis hin zu Depressionen)
- Schlafproblemen bei Kindern mit Einfluss auf die Leistungsfähigkeit
In der Homöopathie wird die Wahl eines Mittels traditionell am individuellen Beschwerdebild ausgerichtet. Auch bei Schlafproblemen. Folgende Wirkstoffe werden in der Homäopathie angewandt, um den gesunden und natürlichen Schlaf zu unterstützen:
Avena sativa, der Hafer, wird in der Homöopathie traditionell bei nervöser Erschöpfung, innerer Unruhe und Schlafproblemen eingesetzt. Der Einsatz von Hafer kommt vorwiegend dann infrage, wenn körperliche oder geistige Belastungen das Abschalten erschweren und der Schlaf unruhig oder wenig erholsam ist.
Pulsatilla pratensis, die Wiesenküchenschelle, wird in der Homöopathie wechselhaften und besonders anhänglichen Menschen zugeordnet. Beschrieben werden unter anderem Ängste vor dem Alleinsein sowie Kinder, die abends hellwach sind oder im Schlaf schreien. Der Wirkstoff kommt deshalb vornehmlich bei unruhigem, von Ängsten oder Trennungssituationen beeinflusstem Schlaf infrage.
Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber) wird in der Homöopathie ebenfalls dem zentralen Nervensystem zugeordnet. Im Zusammenhang mit Schlafproblemen kann Hepar sulfuris speziell dann berücksichtigt werden, wenn eine ausgeprägte innere Unruhe, Reizbarkeit oder eine hohe Empfindlichkeit gegenüber äusseren Einflüssen das «Herunterfahren» erschwert.
Die Baldriankomponente, gibt Zincum valerianicum eine verstärkte Wirkung bei Schlaflosigkeit und nervösen Störungen mit unruhigen oder zappeligen Beinen. Diese Unruhe in den Beinen kann das Einschlafen erschweren. Auch nächtliches Zähneknischen kann ein Hinweis sein, dass Zincum valerianicum, der passende Wirkstoff ist.