Office-Eye-Syndrom: Symptome, Ursachen und was dagegen hilft
Nach langer Arbeit am Computer jucken und brennen Ihre Augen? Gut möglich, dass Sie am Office-Eye-Syndrom leiden. Die auch als digitale Augenbelastung oder Computer Vision Syndrome bezeichneten Beschwerden können entstehen, wenn die Augen über längere Zeit auf einen Bildschirm und damit auf kurze Distanz fokussieren. Dann sinkt nämlich die Lidschlagfrequenz, was den Tränenfilm negativ beeinflusst. Häufig kommen trockene Raumluft oder ein ungünstig eingerichteter Arbeitsplatz hinzu.
Was ist das Office-Eye-Syndrom?
Der Tränenfilm befeuchtet und schützt die Augenoberfläche und unterstützt eine klare Sicht. Wer seinen Blick für längere Zeit auf einen Bildschirm heftet, blinzelt unter Umständen seltener oder nicht richtig. Dadurch wird der schützende Tränenfilm auf der Augenoberfläche weniger gleichmässig verteilt und kann schneller verdunsten. Die Folge können trockene, gereizte Augen sein.
Nicht nur die Häufigkeit des Blinzelns ist wichtig: Auch unvollständige Lidschläge können dazu führen, dass der Tränenfilm nicht über die gesamte Augenoberfläche verteilt wird.
Die Beschwerden treten häufig während oder nach längerer Bildschirmarbeit auf. Typisch sind:
- trockene Augen
- brennende Augen
- juckende Augen
- gerötete Augen
- tränende Augen
- Fremdkörper- oder Sandkorngefühl
- müde oder schwere Augenlider
- vorübergehend verschwommenes Sehen oder Schwierigkeiten beim Scharfstellen
- Lichtempfindlichkeit
- Kopfschmerzen
- Nacken- und Schulterbeschwerden
Die Beschwerden bessern sich häufig nach einer Pause. Treten sie auch unabhängig von Bildschirmarbeit auf, können andere Ursachen dahinterstecken. Weitere mögliche Gründe für müde oder beanspruchte Augen finden Sie im Ratgeber «Überanstrengte Augen».
Lange Phasen konzentrierter Arbeit an einem Bildschirm beanspruchen die Fokussierung der Augen. Gleichzeitig verändert sich beim Blick auf den Bildschirm die Häufigkeit des Blinzelns. Folgende Faktoren können die Beschwerden zusätzlich begünstigen:
- lange Bildschirmzeiten ohne regelmässige Blickwechsel
- selteneres oder unvollständiges Blinzeln
- trockene Raumluft, Klimaanlage, Heizung oder Zugluft
- Blendung, Spiegelungen oder unpassende Bildschirmhelligkeit
- zu kleine Schrift oder ungünstiger Sehabstand
- nicht oder unzureichend korrigierte Fehlsichtigkeit
- Kontaktlinsen, insbesondere bei langen Tragezeiten
- ungünstige Sitzhaltung und Bildschirmposition
Damit Ihre Augen trotz längerer Arbeit am Bildschirm nicht austrocknen und jucken, können Sie vorbeugend einige Massnahmen gegen das Office-Eye-Syndrom ergreifen.
Bewusst blinzeln
Versuchen Sie, bei Ihrer Arbeit öfter bewusst zu blinzeln. Bringen Sie einen kleinen Zettel an Ihrem Bildschirm an, der Sie ans bewusste Blinzeln erinnert. So wird der Tränenfilm regelmässiger auf der Augenoberfläche verteilt.
Regelmässige Pausen
Gönnen Sie sich und Ihren Augen regelmässige Kurzpausen, indem Sie Ihren Blick schweifen lassen. Das gibt Ihren Augen die Möglichkeit, sich zu entspannen, und kann sogar die Konzentration fördern. Die Pausen müssen nicht lange dauern – wichtig ist aber, dass Sie dabei nicht auf den Bildschirm Ihres Smartphones schauen. Dies beansprucht Ihre Augen nämlich genauso stark wie die Arbeit am Computer. Orientieren Sie sich beispielsweise an der 20-20-20-Regel: Schauen Sie ungefähr alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden auf ein Objekt in rund sechs Metern (20 Fuss) Entfernung.
Wärme und Entspannung
Reiben Sie Ihre Handflächen aneinander, bis sie warm werden. Schliessen Sie nun die Augen und legen Sie Ihre Handflächen sanft über die Augenlider. Üben Sie keinen Druck auf die Augäpfel aus. Die kurze Pause und angenehme Wärme können entspannend wirken, ersetzen bei anhaltenden Beschwerden jedoch keine Abklärung.
Blick und Augen bewegen
Wenden Sie den Blick vom Bildschirm ab und richten Sie ihn gegen eine etwas weiter entfernte Wand. Zeichnen Sie dort mit den Augen Kreise, Buchstaben oder Zahlen hin – ohne den Kopf zu bewegen. Brechen Sie die Übung ab, wenn Schwindel oder Beschwerden auftreten. Ein entspannter Blickwechsel zwischen Nähe und Ferne genügt ebenfalls.
Ausreichend trinken
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die allgemeine Gesundheit, auch den Flüssigkeitshaushalt Ihrer Augen; zusätzliches Trinken allein behebt das Office-Eye-Syndrom allerdings nicht.
Arbeitsplatz richtig einrichten
Damit das Office-Eye-Syndrom gar nicht erst entsteht, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Arbeitsplatz richtig eingestellt ist. Konkret bedeutet dies, dass Ihr Bildschirm so aufgestellt ist, dass Ihr Blick bei der Arbeit leicht nach unten gerichtet ist. Der Abstand zwischen Monitor und Augen beträgt idealerweise zwischen 50 und 80 Zentimeter.
Stellen Sie Ihren Monitor im rechten Winkel zum Fenster. Ist Ihr Computer so ausgerichtet, dass Sie bei der Arbeit aus dem Fenster sehen, dann müssen Sie ständig gegen das Licht schauen. Das beansprucht die Augen stark. Weiter ist es nicht ideal, wenn Sie das Fenster im Rücken haben: Dann kann es zu unangenehmen Spiegelungen auf dem Monitor kommen.
Monitor richtig einstellen
Passen Sie Schriftgrösse, Helligkeit und Kontrast so an, dass Sie ohne Anstrengung lesen können. Die Oberkante des Bildschirms sollte etwa auf oder leicht unter Augenhöhe liegen. Halten Sie Raumluft angenehm und vermeiden Sie, dass Luftströme direkt auf die Augen treffen. Das trifft auch auf Ventilatoren während Hitzetagen zu.
Beruhigende Augenpflege
Eine beruhigende Augenmaske (z.B. BlephaCura® Hot-/Cold Augenmaske oder eine Kompresse mit Similasan Eye Wipes Sensitive) in einer Wärme- oder Kälteanwendung kann sich angenehm anfühlen. Beachten Sie die jeweilige Gebrauchsanweisung und legen Sie nichts zu Heisses oder Kaltes direkt auf die Augenlider.
Wann sollten Sie die Beschwerden abklären lassen?
Lassen Sie wiederkehrende oder anhaltende Beschwerden untersuchen – insbesondere, wenn die oben beschriebenen Massnahmen nicht zu einer Linderung der Symptome führen. Eine ärztliche Abklärung empfiehlt sich bei:
- starken Augenschmerzen oder ausgeprägter Rötung
- plötzlicher Sehverschlechterung, Doppelbildern, Lichtblitzen oder einem Schatten im Gesichtsfeld
- rotem, schmerzhaftem Auge beim Tragen von Kontaktlinsen
- einseitigen oder schnell zunehmenden Beschwerden
Der Begriff bezeichnet Augen- und Sehbeschwerden, die bei längerer Nutzung von Computer, Tablet oder Smartphone auftreten können. Häufig spielen lange Naharbeit, verändertes Blinzeln und ungünstige Umgebungsbedingungen zusammen.
Häufig sind trockene, brennende, juckende oder müde Augen, ein Sandkorngefühl, Rötung, Tränen, vorübergehend verschwommenes Sehen und Kopfschmerzen.
Unterbrechen Sie die Bildschirmarbeit, schauen Sie in die Ferne, blinzeln Sie bewusst und vollständig und vermeiden Sie Blendung sowie trockene Luft. Passen Sie Bildschirmhelligkeit und Schriftgrösse an.
Kurze, häufige Blickpausen sind sinnvoll. Als einfache Gedächtnisstütze eignet sich die 20-20-20-Regel: etwa alle 20 Minuten mindestens 20 Sekunden in rund sechs Meter (20 Fuss) Entfernung schauen.
Ja. Schlafmangel, lange Autofahrten, ungünstiges Licht, trockene Luft, Medikamente oder eine nicht ausreichend korrigierte Fehlsichtigkeit können ebenfalls eine Rolle spielen. Weitere Informationen finden Sie im Ratgeber «Überanstrengte Augen».