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Symphytum: Beinwell, Wallwurz

Symphytum (auch Beinwell oder Wallwurz) ist eine der wichtigsten und ältesten Heilpflanzen, wenn es um die Behandlung von Knochenbrüchen, Verstauchungen und die Behandlung von verletztem Knochenhautgewebe geht. Erfahren Sie auf dieser Seite mehr über Beinwell als homöopathischer Wirkstoff.

Beschreibung und Herkunft von Symphytum

Symphytum (auch Beinwell, Wallwurz) ist eine ausdauernde und mehrjährige Pflanze aus der Familie der Raubblattgewächse. Sie wächst in lehmigen, feuchten Gebieten und bevorzugt halbschattige Standorte mit nährstoffreichen Böden. So sind Acker- und Strassenränder, Wiesen oder Uferränder bekannte Fundorte. Beinwell blüht den ganzen Sommer über und bildet traubenartige Blütenstände mit hängenden, glockenförmigen Blüten, die weisslich, rosa, hell-lila gefärbt sind. Die Blätter sind mit ihrer spitz zulaufenden Form und behaarten Fläche gut von anderen Pflanzen zu unterscheiden. Die Heilpflanze ist in Europa, Westasien und Nordamerika verbreitet und wächst bis auf eine Höhe von 1500 m.ü.M.

Der deutsche Name Beinwell setzt sich aus «Bein», ein altes Wort für Knochen, und «Well», was «heilen» oder «zusammenwachsen» bedeutet. Das griechische Wort Symphytum wird ebenfalls mit zusammenwachsen übersetzt. Beinwell wird bereits in den Schriften von Paracelsus und Hildegard von Bingen unter dem Namen «Consolida» (=zusammenwachsen) erwähnt.

Wirkung von Symphytum in der Homöopathie

Symphytum ist durch seine langen Wurzeln stark mit der Erde verbunden. Schneidet man den behaarten, faserigen Stängel durch, sieht man im Innern eine weissliche, zähe Substanz: ein festes Stützgewebe, das der Pflanze ihren starken Halt gibt. Manch einen erinnert dieses Stützgewebe auch an unser eigenes: das Skelett.

Die Gerbstoffe wirken adstringierend und trocknen aus. Dies entzieht den Bakterien in den Wunden den erforderlichen Nährboden. Keine Pflanze enthält so viel Allantoin wie Beinwell – es löst Wundsekrete auf und wirkt entzündungshemmend. Das enthaltene Cholin fördert die Durchblutung, was zur Mehrdurchblutung des verletzten Gewebes führt.

Bevor Beinwell als Heilpflanze eingesetzt wurde, traf man die Pflanze oft in Küchen an. Die Blätter wurden beispielsweise als Rohkost, die Wurzeln als Wurzelgemüse und die Blüten als Dekoration verzehrt. Allerdings kann Beinwell grössere Mengen von Pyrrolizidinalkaloide enthalten, weswegen nicht mehr so oft damit gekocht wird. Es konnte jedoch in der Zucht von Symphytum erreicht werden, dass keine nachweisbaren Mengen an leberschädlichen Pyrrolizidinalkaloiden mehr enthalten sind.

Verwendung von Symphytum in der Homöopathie

Die Heilpflanze Symphytum wird in der Homöopathie im Zusammenhang mit verletzten Knochen oder Knochenhautgewebe, sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden angewendet. Nach einer starken Gewalteinwirkung auf Knochen fördert Beinwell den Zusammenwachs. Alfred Vögeli, ein bekannter Schweizer Homöopath, sagte, dass jeder Knochenbruch schneller heile, wenn Symphytum im Einsatz ist. Auch bei Augenverletzungen, v.a. am Augapfel, wird Beinwell eingesetzt.

Die homöopathische Urtinktur wird aus der vor Blütebeginn ausgegrabenen Wurzel des Beinwells hergestellt.

Wallwurz:

  • Wirkt bevorzugt auf: Knochen und Knochenhaut, Knorpel

Hauptindikationen:

  • Augenverletzungen
  • Zur Förderung der Kallusbildung (Verknöcherung nach Knochenbrüchen)
  • Verletzungen und Entzündungen der Knochenhaut
  • Zahnfleischschwund (Parodontose)
  • Geschwürige, tiefe Wunden
  • Venenentzündung

Besonders wichtig für die Mittelwahl:

  • Folgen von Gewalteinwirkung (Schlag) auf Knochen
  • Knochenhaut und Augen
  • Überanstrengung von Muskeln und Sehnen

Symptome:

  • Schmerz im Auge nach Schlag mit einem stumpfen Gegenstand

Allgemeines:

  • Symphytum ist laut Alfred Vögeli ein Heilmittel, das die Verknöcherung von Knochenbrüchen auf die Hälfte der üblichen Zeit herabsetzt. Neigung zu Knochenbrüchen

Bemerkung:

Gleichzeitige äusserliche Anwendung von Symphytum-Tinktur ist empfehlenswert


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Quellen:

Odermatt, C. & Späni, A. (2017). Homöopathie. Das richtige Arzneimittel rasch gewählt, 3. Aufl., Fortis Network GmbH, Zürich. S. 194

Roth, C. (2012). DHZ – Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift, 6: S. 48- 49

Schilcher, H. & Kammerer S. (2000). Leitfaden Phytotherapie, 1. Aufl., Urban & Fischer Verlag, München. S. 41

Van Wyk, B., Wink, C. Wink, M. (2004). Handbuch der Arzneipflanzen. Ein illustrierter Leitfaden. Briza Publications, Pretoria. S. 314

https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Beinwell.html, 18.05.2022

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