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Sabadilla officinalis: das Läusekraut

In der Homöopathie wird Sabadilla oder Läusekraut häufig gegen Heuschnupfen eingesetzt. Erfahren Sie auf dieser Seite mehr über diese Heilpflanze als homöopathischen Wirkstoff.

Sabadilla hat viele Namen. Auch bekannt als Sabadill-Läusekraut, Läusesabadill oder Mexikanisches Läusekraut, wird die historisch-heilpflanzliche Nutzung als Mittel gegen Kopfläuse schnell offensichtlich. Doch die Pflanze, die zur Familie der Germergewächse gehört, hat noch weit mehr zu bieten. Sabadilla kommt in der heutigen Homöopathie insbesondere zur Linderung von Beschwerden bei Heuschnupfen zum Einsatz und gilt als Akutmittel bei allergischen Reaktionen.

Beschreibung und Herkunft von Sabadilla

Die Sabadilla officinalis ist eine Zwiebelpflanze. Der Blütentrieb erreicht eine Höhe von ein bis zwei Metern. Die schmalen Blätter entspringen alle grundständig aus der Zwiebel, sind über einen Meter lang und 3 bis 15 Zentimeter breit. Am Blühtrieb sitzen die Blüten in einer reichblühenden Traube. Die kleinen Blüten sind gelblich-weiss mit prominenten Nektarien. Die Pflanze mit homöopathischer Nutzung kommt in südamerikanischen Ländern wie Mexiko, Venezuela und Guatemala, aber auch in der Karibik vor. Das «Sabadill-Läusekraut» wächst auf offenem, gebirgigem Grasland wie beispielsweise Bergwiesen. Die Pflanze soll vom Tiefland bis in Höhen von bis zu 1800 Metern über Meer vorkommen. Bereits im Jahr 1572 kamen die ersten Sabadillsamen nach Europa. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die Samen verbreitet gegen Insekten eingesetzt. Die Samen der Pflanze sind stark giftig.

Wirkung von Sabadilla in der Homöopathie

«Läusesabadill» ist eines der wichtigsten Akutmittel bei Heuschnupfen und allergischen Reaktionen, wie rote Augenlider, tränende Augen oder Jucken der Nase und Augen. Insbesondere bei heftigen Niesanfällen und Fliess-Schnupfen findet Sabadilla Anwendung. Bekannt sind jedoch auch andere Wirkungsbereiche. So kann Sabadilla dabei helfen, das Nervensystem zu beruhigen und den Kreislauf zu stabilisieren. Auch bei der Regulierung der Verdauung soll Sabadilla einen positiven Effekt haben.

Verwendung von Sabadilla in der Homöopathie

Der Name Läusekraut weist darauf hin, dass Sabadillsamen früher oft zur Bekämpfung von Läusen benutzt wurden. Als Mittel gegen Ungeziefer wurden Sabadillsamen ab dem 18. Jahrhundert eingesetzt. Weil die Samen stark toxisch sind, beschränkt sich die Nutzung der Pflanze auf die Homöopathie. Unverdünnt führt der Wirkstoff Veratin zu schweren Nebenwirkungen, die im schlimmsten Fall zu Erkrankungen wie Herzlähmungen, Atemnot oder Kollaps führen können. Aufgrund der starken Verdünnung der Wirkstoffe in den homöopathischen Arzneimitteln sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Zur Herstellung der homöopathischen Urtinktur werden die getrockneten, reifen Samen verwendet. Diese wird dann für die Herstellung von Globuli oder Tabletten verwendet.

Homöopathisches Arzneimittelbild von Sabadilla

Läusesamen, Sabadillsamen:

  • Wirkt bevorzugt auf Zentralsystem, vegetatives Nervensystem, Haut, Schleimhäute, Herz und Gefässe, Magen-Darmkanal, Muskeln

  • Passt besonders zu Menschen mit niedergeschlagener, trübsinniger Stimmung, Missmut und Ärgerlichkeit

Hauptindikationen:

  • Psychosen

  • Migräne

  • Allergische und vasomotorische (von den Gefässnerven ausgehende) Katarrhe

  • Heuschnupfen

  • Kreislaufschwäche

  • Rheuma

  • Neuralgien

Besonders wichtig für die Mittelwahl:

  • Folgen von starkem Pollenflug

Symptome:

  • Unruhe, Angst mit eingebildeten Befürchtungen

  • Tränenfluss, rote brennende Augenlider

  • Rote Flecken im Gesicht

  • Heftige krampfartige Niesattacken

  • Entzündungen des Gaumens und Rachens, Schluck- und Räusperreiz

  • Kitzeln im Gaumen

  • Globus- (Fremdkörper) und Fadengefühl im Hals mit Besserung durch warme Getränke

  • Verdickte Nägel

  • Periodisch auftretende Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen, die von einer Seite auf die andere wandern (von rechts nach links)

Allgemeines:

  • Gereizte brennende Schleimhäute
  • Kein Durst
  • Abneigung gegen kalte Getränke, Wein und Zwiebeln

 

Modalitäten:

Schlimmer durch:
Nässe, Kälte, kühle Luft, Ruhe und nachts

 

Besser durch:
Wärme, warme Nahrungsmittel und Getränke


Welche Similasan Produkte beinhalten Sabadilla?


Quellen:

Odermatt, C. & Späni, A. (2017). Homöopathie. Das richtige Arzneimittel rasch gewählt, 3. Aufl., Fortis Network GmbH, Zürich. S. 174

Odermatt, C., Hartmann, S., Ernst. B: (2020): Homöopathie. Arzneimittelbilder, 3. Aufl. Similasan AG, Jonen. S. 104, S. 149

https://www.homoeopathie-quelle.de/einzelmittel/sabadilla, 09.03.2022

https://heilpraktiker.jetzt/homoeopathie-globuli/sabadilla/, 09.03.2022