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Aconitum napellus – der sagenumwobene blaue Eisenhut

Die sagenumwobene Pflanze Aconitum hat in der Homöopathie eine wichtige Stellung, wenn es um die Themen Angst, Schreck oder akuter Krankheitsausbruch geht. Die Heilpflanze dient als Notfallmittel und darf in keiner Reise- und Hausapotheke fehlen.

Zum Arzneimittelbild von Aconitum

Beschreibung und Herkunft von Aconitum

Aconitum napellus (blauer Eisenhut), auch Sturmhut, Akonit, Aconit, früher Wolfswurz oder Wolfskraut genannt, ist die giftigste Pflanze unserer einheimischen Flora. Im Altertum wurde der blaue Eisenhut ursprünglich zum Vergiften von Pfeilen, Speerspitzen und Schwertern eingesetzt. Der deutsche Name bekam die Heilpflanze durch die Blütenform, welche an einen eisernen Ritterhelm erinnert. Der wissenschaftliche Name Aconitum wird von einer griechischen Sage abgeleitet. Laut der Mythologie hat Herakles den Höllenhund auf dem Hügel «Aconitos» aus der Unterwelt befreit – der Hund schäumte jedoch vor Wut. Überall, wo der Speichel des Hundes den Boden berührte, soll Aconitum entstanden sein. Höllische Angst und Panik sind auch ein wichtiges Thema vom blauen Eisenhut.

Aconitum napellus | © Photo by <a href="https://foter.co/a7/ff873c">James St. John</a> on <a href="https://foter.com/re9/b0d550">Foter</a>

Die krautige und mehrjährige Heilpflanze hat einen starken Stängel und steht aufrecht. Die dunkelblauen Blüten sind helmartig geformt und stehen in dichten und endständigen Blütenständen. Anzutreffen ist der blaue Eisenhut häufig auf feuchten Bergwiesen und an Wasserläufen. Aconitum ist eine Gebirgspflanze und kommt vorwiegend in europäischen Gebirgen wie den Pyrenäen, Alpen und Karpaten vor.

Der blaue Eisenhut: Wirkung von Aconitum napellus

Der blaue Eisenhut wird angewendet, wenn Menschen grosse Angst bis zur Todesangst* oder auch Schreck oder Schock empfinden. Diese Angstzustände können durch unterschiedliche Dinge ausgelöst werden, wie Klaustrophobie, einen Unfall oder den Aufenthalt in kaltem (trockenem) Wind. Das Nerven- und Gefässsystem gerät durch solche Ereignisse in stürmische Aufruhr.

Bei ersten Anzeichen (Niesen) einer Grippe oder Erkältung, aber auch bei plötzlicher Erkrankung mit hohem Fieber, kann der blaue Eisenhut mildernd wirken. Auf jeden Fall eine Unterstützung bieten die Wirkstoffe der Pflanze, um fit durch den Winter zu kommen.

Verwendung: Der blaue Eisenhut als Heilpflanze

Früher wurde das Gift des blauen Eisenhuts gerne tückisch eingesetzt: als tödliche Waffe oder zur Vergiftung von Menschen. Heute wird die Heilpflanze im frühen Stadium einer Erkrankung homöopathisch eingesetzt, oder bei negativen Gemütsregungen, die durch Angst ausgelöst werden. Das für Arzneimittel verwendete Aconitin befindet sich in der Wurzelknolle der Pflanze.

Homöopathisches Arzneimittelbild von Aconitum

Blauer Eisenhut, Sturmhut:

  • Wirkt bevorzugt auf Zentralnervensystem, Herz, Gefässnerven und periphere Nerven
  • Passt besonders zu vollblütigen, kräftigen und leicht erregbaren Typen

Hauptindikationen:

  • Entzündungsfieber
  • Erkältung
  • Beginnende Grippe (Ohrenschmerzen)
  • Nervenentzündungen (Trigeminus, Ischias), Pseudokrupp-Husten*
  • Herzklopfen. Glaukom (Grüner Star)*

Besonders wichtig für die Mittelwahl:

  • Schreck und Angst
  • Luftzug (Nordwind, Bise, Durchzug)

Symptome:

  • Angst bis zur Todesangst*, Ruhelosigkeit (Herzklopfen mit hartem, schnellem Puls)
  • Erbleichen beim Aufsitzen, sonst ist das Gesicht gerötet. Alles schmeckt bitter ausser Wasser
  • Trockene, heisse Haut und Schleimhäute mit Durst bei akutem, heftigem, plötzlichem Fieber
  • Hustenanfälle (äusserst schmerzhaft)
  • Reissende Nervenschmerzen nach Luftzug (Ohren). Kältewellen gehen durch den Körper

Allgemeines:

  • Abneigung gegen Wein. Schreckhaft.

Modalitäten:

Schlimmer durch:
Tabakrauch, geringsten kalten Luftzug, kalte Winde (Neuralgie). Sehr heisses Wetter. Nachts schlimmer (Hustenanfälle beginnen gegen 23 Uhr).

Besser nach:
massivem Schwitzen, Ausatmen.

Bemerkung:

Ein Schweissausbruch nach Aconitum zeigt an, dass das Mittel ausgedient hat. Neues, passendes Mittel suchen.

* = Selbstbehandlung nur in Absprache mit Arzt/Ärztin und als erste Hilfe.


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Quellen:

https://www.hauenstein-rafz.ch/de/pflanzenwelt/pflanzenportrait/stauden/Eisenhut-Aconitum.php, 04.01.2022

Odermatt, C., Hartmann, S., Ernst. B: (2020): Homöopathie. Arzneimittelbilder. Similasan AG. S. 14, S. 126