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Das Gerstenkorn (Hordeolum) – Ursachen, Symptome & Behandlung

Das Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine akute, Entzündung der Lidranddrüsen. Es kann äusserlich etwa durch eine sichtbare Verdickung eines Wimpernhaarbalgs oder auf der Innenseite des Lids durch eine hochrote Vorwölbung auftreten. Je nach Lage und Grösse kann das Gerstenkorn sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Erfahren Sie, wie ein Gerstenkorn entsteht, welche Symptome typisch sin und wie Sie die Heilung sanft unterstützen können.

Eine Frau mit braunen Augen sitzt in einem trockenen Weizenfeld. Sie ist müde und hält eine Hand aufs Auge. | © Hazzel Silva - Unsplash

Gerstenkörner, im Volksmund auch «Gritli» oder «Urseli» genannt, zählen zu den häufigsten akuten Entzündungen am Augenlid. Sie treten besonders häufig bei Kindern, Menschen mit empfindlicher Lidhaut oder bei Personen mit trockenen Augen und gestörtem Tränenfilm auf. Auch wer häufiger unter Lidrandentzündungen leidet, kann ein erhöhtes Risiko für wiederkehrende Gerstenkörner haben.

Ursache: Darum entsteht ein Gerstenkorn

Gerstenkörner entstehen, wenn sich Lidranddrüsen entzünden. Oft ist eine Infektion mit Bakterien wie Staphylokokken oder auch Streptokokken der Grund dafür. Die Bakterien gelangen meistens durch verschmutzte Kosmetika und unreine Kontaktlinsen oder auch durch ungewaschene Hände auf die Talg- oder Schweissdrüsen, wo sie sich vermehren. Kinder reiben sich öfter mit ungewaschenen Händen die Augen, weswegen sie auch häufiger betroffen sind. Auf ein regelmässiges Händewaschen sollte geachtet werden.

Ist eine Drüse blockiert oder entzündet, kann sich ein sichtbarer, eitriger und schmerzhafter Knoten bilden. Die rötliche Schwellung kann sowohl innen als auch aussen am Lidrand auftreten – je nachdem, welche Drüse betroffen ist. Auch ein geschwächtes Immunsystem kann die Entstehung begünstigen. Treten Gerstenkörner häufiger oder über längere Zeit auf, sollten Sie eine medizinische Fachperson beiziehen, da auch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus dahinterstecken können.

Gerstenkorn: Das sind die Symptome

Zu den typischen Symptomen eines Gerstenkorns zählen Rötungen samt schmerzhafter Schwellung am Augenlid. Häufig bildet sich ein eitriger Knoten, sichtbar als gelblicher Punkt. Je nach Lage des Gerstenkorns werden Augenbewegungen oder Berührung (Druckschmerz) als besonders unangenehm empfunden. 

Je nachdem, ob es sich um ein inneres oder um ein äusseres Gerstenkorn handelt, weichen die Symptome leicht voneinander ab.

Innere Gerstenkörner (Hordeolum internum) verursachen die für ein Gerstenkorn typische Schwellung auf der Innenseite des Lids, während äussere Gerstenkörner (Hordeolum externum) an der Basis eines Wimpernhaarbalgs entstehen. Die Symptome können sich leicht unterscheiden, sind aber in beiden Fällen schmerzhaft und störend.

Gersten- oder Hagelkorn? So erkennen Sie den Unterschied

Gerstenkorn und Hagelkorn (Chalazion) werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber deutlich: Ein Gerstenkorn entsteht durch eine bakterielle Infektion, ist schmerzhaft und äussert sich, wie oben beschrieben, durch einen eitrigen Knoten. Das Hagelkorn hingegen ist nicht eitrig, schwillt weniger stark an und verursacht (in den meisten Fällen) keine Schmerzen. Das Hagelkorn betrifft die Lidhaut und ist mehrheitlich die Folge verstopfter Meibom-Drüsen.

Augenillustration mit eingezeichnetem Gerstenkorn über dem Auge.
Augenillustration mit Hagelkorn

Häufig gestellte Fragen zum Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn ist eine akute, schmerzhafte Entzündung der Lidranddrüsen, die meist durch Bakterien wie Staphylokokken verursacht wird. Die Erreger gelangen häufig über ungewaschene Hände, Kosmetika oder Kontaktlinsen an das Augenlid.

Ein Gerstenkorn heilt in der Regel innerhalb weniger Tage bis etwa einer Woche von selbst ab. Bleibt die Schwellung bestehen, verstärken sich die Schmerzen oder treten Gerstenkörner häufiger auf, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Warme Umschläge oder Infrarotbehandlungen können die Durchblutung fördern und den Heilungsprozess unterstützen. Wichtig sind zudem eine gute Lidrandhygiene sowie das Vermeiden von Reibung am Auge.

Regelmässiges Händewaschen, eine sorgfältige Lidrandpflege und der hygienische Umgang mit Kosmetika und Kontaktlinsen können das Risiko für Gerstenkörner reduzieren. Auch ein gestärktes Immunsystem trägt zur Vorbeugung bei.

Behandlung: So gehen Sie bei einem Gerstenkorn vor

Gerstenkörner müssen nicht zwingend medizinisch behandelt werden und schwellen meist von allein wieder ab. Geht die Schwellung nach einer Woche nicht zurück oder der Schmerz verstärkt sich, sollten Sie einen Augenarzt konsultieren. Wer nicht einfach abwartet, sondern den Heilungsprozess unterstützen möchte, kann zur Behandlung auf Infrarotbehandlungen und/oder warme Umschläge zurückgreifen. Beide Methoden fördern die Durchblutung und öffnen verstopfte Drüsen. 

Augenkompressen

Besonders wirksam sind warme Augenkompressen, die mehrmals täglich aufgelegt werden sollten. So können Sie sich eine warme Augenkompresse selbst machen:


Tränken Sie einen dicken, flauschigen Frottee-Waschlappen mit sehr warmem Wasser und drücken Sie ihn fest aus. Je fester Sie ihn ausdrücken, desto besser kann er die Wärme halten. Legen Sie ihn sich 5–10 Minuten auf die geschlossenen Augen. Damit sich die Wärme länger hält, legen Sie sich ein kleines Frottee-Handtuch über den feuchten Waschlappen. Anstatt Wasser können Sie auch einen frisch zubereiteten Augentrost-Tee oder Schwarztee in Bioqualität verwenden. Eine besonders praktische Lösung ist die Similasan BlephaCura® Hot/Cold Augenmaske, die warm oder kalt angewendet werden kann.  

Frau setzt sich Augenmaske auf die Augen zur Entspannung

Infrarotbehandlungen

Auch die Wärme des Infrarotlichtes kann dazu beitragen, verstopfte Drüsen zu öffnen und den natürlichen Abfluss von Sekret zu unterstützen. Bei Infrarotbehandlungen gilt es zu beachten, dass Infrarotlicht nur mit ausreichend Abstand und niemals bei offenen oder stark entzündeten Stellen angewendet werden darf.

Vorbeugende Massnahmen bei Gerstenkörnern

Um Gerstenkörnern vorzubeugen, ist ein gut funktionierendes Immunsystem zentral. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft sowie Stressabbau können dazu beitragen, die eigenen Abwehrkräfte zu stärken und Entzündungen weniger Angriffsfläche zu bieten.

Auch eine sorgfältige Augen- und Lidrandhygiene wirkt der Bildung von Gerstenkörnern entgegen, besonders bei Personen, die zu Lidrandentzündungen neigen. Die regelmässige Lidrandpflege hilft, das Verstopfen von Talgdrüsen am Augenlid zu verhindern und das Auftreten von Gersten- und Hagelkörnern zu reduzieren. 

Wir raten hingegen von Kamillenbädern im Augenbereich ab, da Kamille das Auge austrocknen und zusätzlich reizen kann. Auch der Umgang mit Kosmetika und Kontaktlinsen sollte achtsam erfolgen: Augen-Make-up sollte regelmässig gewechselt und gründlich entfernt werden, Kontaktlinsen stets hygienisch gereinigt. Ungewaschene Hände sollten möglichst nicht mit den Augen in Kontakt kommen, da sie Bakterien übertragen können.

Homöopathie bei Gerstenkorn

Homöopathische Wirkstoffe können dazu beitragen, Beschwerden rund um das Augenlid sanft zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen:

Argentum nitricum wird aus Silbernitrat hergestellt. In der Homöopathie findet es Anwendung bei geröteten, empfindlichen Augenlidern, insbesondere wenn die Beschwerden von einem brennenden oder stechenden Gefühl begleitet werden.

Conium maculatum, der Gefleckte Schierling, ist eine hochgiftige Pflanze. Der Wirkstoff wird in der Homöopathie unter anderem bei druckempfindlichen Schwellungen eingesetzt, die sich hart anfühlen und bei denen sich die Beschwerden eher schleichend entwickeln.

Graphites wird aus natürlichem Grafit gewonnen. In der Homöopathie kommt es häufig bei wiederkehrenden oder chronischen Entzündungen der Haut und Schleimhäute zum Einsatz. Typisch ist die Anwendung bei verdickten, geröteten Lidern sowie bei Neigung zu wiederholten Gersten- oder Hagelkörnern.

Sulfur, der homöopathisch aufbereitete Schwefel, wird traditionell eingesetzt bei Entzündungen, die mit Rötung, Wärmegefühl und erhöhter Reizbarkeit einhergehen und immer wieder auftreten.


Diese Produkte von Similasan unterstützen bei Gerstenkörner

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Autor

17.02.2026

Alessio Cazzola

Dipl. Drogist HF & eidg. dipl. Verkaufsleiter

Alessio Cazzola ist Drogist HF und Autor für den Similasan Ratgeber.

Alessio Cazzola startete seine berufliche Karriere im Jahr 2010 als Drogist und führte mit diversen Weiterbildungen zur heutigen Position. Seit 2019 ist er als Gebietsleiter bei Similasan tätig und steht den Apotheken & Drogerien zu den Themen Beratung und Verkauf zur Seite. Alessio schätzt an seiner Arbeit vor allem den persönlichen Kontakt zu den Fachpersonen. In seiner Freizeit ist er gerne mit Wanderschuhen oder mit Skiern in den Bergen unterwegs.

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