Kräuter ABC: Teil 2

Remo Vetter der Similasan Gartenexperte gibt Ihnen wertvolle Tipps, damit das Balkongärtnern zur Freude wird.

Kräuter sind äusserst genügsam. Wichtig ist regelmässiges, aber nicht zu häufiges wässern. Lieber mehrmals wöchentlich, als zu viel auf einmal.

Viele Küchenkräuter stammen aus dem Mittelmeerraum und bevorzugen Südlagen. An der Sonne bilden Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Bohnenkraut, Fenchel, Dill, Estragon, Lavendel und Kamille mehr aromatische Stoffe aus, als im Schatten.

Kräuter mit grossen, weichen Blättern hingegen wachsen lieber im Halbschatten.

Kräuter wie Kapuzinerkresse, Ringelblumen oder Ysop sind schön und anpassungsfähig, selbst in Blumengemeinschaften überzeugen sie.

Grundsätzlich kann man praktisch alle Kräuter selbst ansäen. Ich tätige das den Sommer hindurch im 2-3 Wochen Rhythmus, um immer frisch ernten zu können. Für den Anfänger und für eine schnelle Ernte empfiehlt sich der Kauf von Setzlingen. Aber aufgepasst: Kräuter die wir im Handel kaufen, stehen meist in zu engen Töpfen, darum empfehle ich das Umtopfen in grössere Töpfe.

Fast alle Kräuter harmonieren miteinander. Als Ausnahme sollten Petersilie und Schnittlauch in gebührendem Abstand gehalten werden. Ich pflanze oft Gemüse und Kräuter-Paarungen zusammen, welche gemeinsam verspiesen werden. So zum Beispiel Tomaten und Basilikum, Bohnenkraut mit Bohnen, Dill mit Gurken und Kamille schätzt die Gesellschaft von Zwiebeln und Rüebli.

Minze und Melissenarten pflanze ich einzeln in Töpfe, da sie mit ihren Wurzelausläufern sonst ganze Balkonkisten und Beete übernehmen. Auch Liebstöckel (Maggikraut) ist ein Solist, da er bis zu 2 Meter hoch werden kann und alles umliegende Grün verdrängt.

Gutes biologisches Saatgut gibt es bei Sativa Rheinau (www.sativa-rheinau.ch), Zollinger (www.zollinger.bio), Neubauer (www.neubauer.ch) und ProSpecieRara (www.prospecierara.ch)

für alte Kultursorten.

Damit die Kräuter nicht krank werden, gebe ich Ihnen Auszüge aus Brennnesseln und Beinwell (Beschreibung im Post vom 5. Juni). Gegen Blattlausbefall empfiehlt sich eine Spritzung mit einer Wasser-Schmierseifen Lösung.

 

Johannisöl ein altbewährtes wunderbares Hausmittel

Johannisöl ist eines der besten Hausmittel bei Verbrennungen, Sonnenbrand und Hautproblemen. Die Johanniskrautblüten pflücken, in ein Glas geben und mit kaltgepresstem Olivenöl übergiessen; die Blüten müssen vollständig mit Öl bedeckt sein. Das Glas verschliessen oder mit Gaze abdecken und vier bis sechs Wochen an die Sonne stellen, bis das Öl eine dunkelrote Farbe hat. Durch Gaze abfiltern und in Flaschen abfüllen.

Mit gärtnerischen Sommergrüssen

Remo Vetter